Pastorale Begleitung auf vier Pfoten

Seit den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts wird auch in Deutschland in den verschiedenen therapeutischen, pädagogischen, pflegerischen, forensischen Arbeitsfeldern tiergestützt gearbeitet, da nach wissenschaftlichen Untersuchungen  Haustiere positive und heilende Auswirkungen auf die seelische und körperliche Gesundheit eines Menschen haben. So bringt zum Beispiel ein Hund subjektiv betrachtet erhöhte Lebensfreude, animiert zu vermehrter Bewegung und fördert die Kommunikation und die sozialen Kontakte.

Statistisch betrachtet stabilisieren Tierkontakte das Herz-Kreislauf-System, schenken eine höhere Lebenserwartung, senken die Medikamenteneinnahme und verringern depressive Verstimmungen.

Es werden drei Formen des Tierkontaktes unterschieden:
a) Besuchsdienst,
b) Haltung in einer Einrichtung,
c) Therapieformen mit Tieren.

Diese Erkenntnisse bewogen mich, auch in meiner pastoralen Arbeit ein tiergestütztes Seelsorgekonzept zu entwickeln. So wurde eine Berner Sennenhündin meine Begleitung und wir absolvierten an der Fachschule ‚Co-Therapeut Hund‘ in Landesbergen eine spezielle Ausbildung mit anschließender Abschlussprüfung zum Begleithundeteam.

 

 

Lissy im Spiel

Verantwortung
Der Einsatz eines Hundes in der pastoralen Arbeit beinhaltet eine große Verantwortung für sich selbst, für das Gegenüber und auch für das Tier. Dies erfordert gute Kenntnisse über Hundeverhalten und –erziehung, und eine gute fundierte Ausbildung des Hundes und des Hundeführers.

Des Weiteren muss das Tier artgerecht gehalten werden und das Gegenüber des pastoralen Dienstes gut auf den Einsatz des Hundes vorbereitet sein. Hygienevorschriften, gesundheitliche Risiken und rechtliche Bestimmungen sind vor einem Einsatz zu bedenken.

Um weiterhin einen qualitativen Einsatz des Hundes zu gewährleisten, nehmen wir an regelmäßigen Trainingsangeboten der Fachschule  ‚Co-Therapeut Hund‘ teil.

 

 

Arbeitsfelder

Meine Hündin kommt als pastoraler Begleithund in verschiedenen Arbeitsfeldern zum Einsatz:
a) in der Gehörlosenseelsorge
b) in der Seelsorge an Senioren
c) in der Begleitung von Menschen mit Demenzerkrankungen im ambulanten und stationären Bereich.

Hier besuchen wir einzelne Personen oder Gruppen. Je nach Situation kommen verschiedene Fertigkeiten der Hündin zum Tragen. So kommt z.B. bei Gruppenveranstaltungen ein großes Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel zum Einsatz an dem mehrere Personen mit der Hündin gemeinsam agieren. Oder die Hündin wirkt bei Übungen mit, das Gedächtnis zu trainieren. Auch im feinmotorischen Bereich gibt es immer wieder kleinere Kunststücke für Mensch und Tier.

Bei der Sterbe- und Trauerbegleitung ist in Einzelfällen ein Hundebesuch sinnvoll. Hier genügt oft schon die Anwesenheit des Tieres. Es tut gut, nicht allein zu sein, die Wärme eines Lebewesens beim Streicheln zu spüren, von eigenen Erlebnissen und Erfahrungen mit Tieren erzählen zu können, abgelenkt zu werden von Schmerzen und ‚Grübeleien‘.